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20160125-221818

Das Juwel im Yoho Park

Smaragdsee. Ein schöner Name. Aber er hat sich diesen Namen redlich verdient. Kann mich nicht erinnern einen ähnlich schönen See dieser Farbe schon einmal gesehen zu haben. Die Farbe ist unglaublich. Ein tiefes türkis, und das auch ohne Sonnenschein. Irgendwo habe ich einmal gelesen, wie diese Farbe zustande kommt, aber leider wieder vergessen. Aber ich glaube, es waren irgendwelche Mikroorganismen im Gletscherwasser und irgendwelche Sedimente. Egal, ein Traumanblick.

Dabei waren wir nicht ganz sicher ob wir diesen Abstecher machen sollten. Da aber etliche sehenswerte Sachen im kanadischen Yoho Park noch im winterlichen Frieden ruhten, war es klar dass man zumindest diesen kleinen Bergsee besuchen musste. Eine gute Entscheidung.

Am Morgen hatte es 4 Grade über Null. Nicht gerade warm für Juni. Noch dazu war die Heizung in unserem Wohnmobil ausgefallen und so war die Innentemperatur in diesem großen Wohnmobil nicht viel anders als die Außentemperatur. Natürlich darf man nicht vergessen, dass wir uns in den Rocky Mountains befanden, und es auch bei uns in den Bergen sehr kalte Nächte gibt. Nach einem ausgiebigen Frühstück haben wir erst eine Wanderung zu den tollen Wapta Falls gemacht, und dann sind wir zum Emerald Lake herauf gefahren.

Hier gibt es auch einen Bootsverleih. Die 26 kanadischen Dollar für eine Stunde Kanadier fahren ist nicht unbedingt eine Okkasion, aber dieser See muss befahren werden. Also nicht lange überlegt, sondern gleich gemietet. Schwimmwesten und Holzpaddel gibt es „for free“. Und schon paddeln wir los. Raus aus der Bucht, der Mitte des Sees zu. Nun ist Zeit sich dieses Hochtal einmal genauer anzusehen. Eingekreist von einigen Gipfeln, spiegeln sich die Wälder und Gipfel im tief türkisen Wasser. Nun kommt auch noch die Sonne raus. Der Gletscher im Hintergrund schaut toll hinter einer Bergflanke hervor. Pause. Genießen. Fotos machen. Dann paddeln wir weiter dem hinteren Ende des ovalen Sees zu. Dort finden wir einen kleinen Wildbach, der diesen See zu speisen scheint. Hier ist es aber extrem seicht und wir kommen nicht näher als 15 Meter ans Ufer heran. Es sind nun 25 Minuten vergangen. Der See ist wirklich nicht sehr groß. Wir wenden und fahren am linken Ufer entlang wieder zurück. Unterwegs machen wir weitere Fotos. Aber das Tolle ist, dass sich die Augen nicht satt sehen können. Der Sonnenschein – der auf dieser Reise nicht ganz selbstverständlich ist – trägt auch noch seinen Teil am allgemeinen Wohlbefinden bei. Nach weiteren 20 Minuten befinden wir uns wieder in der Nähe der Bucht, von der wir aufgebrochen sind. Da noch eine Viertelstunde blieb, paddeln wir noch eine Runde, und geben dann den Kanadier zufrieden zurück.

Es war nur ein 60 Minuten Ausflug, aber einzigartige 60 Minuten. Balsam für Herz und Seele. Unser erster Paddelausflug in Westkanada, aber es sollte nicht unser letzter sein.

Der Yoho Nationalpark liegt in British Columbia, an der Grenze zu Alberta, westlich des berühmteren und größeren Banff National Parks. Er kann auf einer Passstrasse, die über den berühmten Kicking Horse Pass geht, durchfahren werden. Über diesen Pass quält sich auch die pankanadische Eisenbahn. Neben dem Emerald Lake gibt es etliche andere Sehenswürdigkeiten.

-- GuenterDollhaeubl

Juni 2006


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2016-01-25